Elterninterview zur Nutzung der Digitalen Drehtür
Interviewer: Wie bist du eigentlich auf die Digitale Drehtür aufmerksam geworden?
Maximilian: Meine Mutter war bei einer Lehrkräftefortbildung. Sie ist Lehrerin für Mathematik, Erdkunde und Hauswirtschaft. Dort wurde die Digitale Drehtür vorgestellt und empfohlen. Sie bekam anschließend einen siebentägigen Testzugang.
Das hat alles sehr gut funktioniert und mir sofort gefallen. Das Problem war nur, dass wir keine Schule hatten, über die ich dauerhaft Zugang bekommen konnte.
Inzwischen bin ich Mitglied in einem Verein für Hochbegabung. Dort ist der Zugang zur Digitalen Drehtür im Mitgliedsbeitrag enthalten.
Interviewer: Über welchen Verein hast du den Zugang erhalten??
Maximilian: Über den Landesverband Hochbegabung Baden-Württemberg. Dort gibt es den Zugang seit dem vergangenen Jahr. Wir finden es sehr gut, dass man auf diesem Weg ebenfalls die Digitale Drehtür nutzen kann, obwohl der Zugang sonst in erster Linie über Schulen erfolgt.
Was hat sich durch die Digitale Drehtür verändert?
Interviewer: Was hat sich für dich durch die Digitale Drehtür verändert?
Maximilian: Für mich ist sie eine schöne Möglichkeit, mich über unterschiedliche Themen zu informieren und Neues zu lernen. Außerdem ist es bequem, weil man von zu Hause aus teilnehmen kann.
Grundsätzlich würde ich für interessante Angebote aber auch weitere Wege fahren. Ich besuche zum Beispiel Kinder-Unis in unterschiedlichen Städten – etwa in Ludwigshafen, Mannheim oder Landau. Wenn mich das Thema interessiert, fahre ich auch dorthin.
Bei der Digitalen Drehtür gibt es aber ebenfalls viele tolle Themen. Der große Vorteil ist, dass man dafür nicht weit fahren muss und digital teilweise sogar noch mehr Möglichkeiten hat.
Interviewer: Gudrun, was hat sich für dich verändert, seit Maximilian die Digitale Drehtür nutzt?
Gudrun: Selbst wenn ein Morgen sehr stressig gewesen ist, merkt man nach einer Veranstaltung der Digitalen Drehtür häufig, dass Maximilian anschließend richtig ausgeglichen und zufrieden ist. Er hat dann neue Impulse bekommen, und genau das finde ich so wertvoll.
Besonders wichtig war das für uns am Anfang seiner Schulzeit, während der Grundschulzeit und noch in der Endphase der Corona-Pandemie beziehungsweise in der Zeit danach. Damals gab es beispielsweise viele Kinder-Uni-Veranstaltungen noch nicht wieder in dem Umfang, wie es heute der Fall ist.
Für uns war es deshalb teilweise schwierig, passende Angebote zu finden, durch die er regelmäßig neue geistige Impulse bekommen konnte. Die Digitale Drehtür bietet uns dafür eine sehr gute Möglichkeit, weil er dort immer wieder mit neuen Themen in Kontakt kommt.
Was ich außerdem besonders gelungen finde: In der Digitalen Drehtür geht es nicht ausschließlich um klassische Schulfächer wie Deutsch, Mathematik oder Englisch. Es gibt auch Angebote, die andere Bereiche der Persönlichkeit und Entwicklung ansprechen. Dadurch entsteht etwas Ganzheitliches.
Es gibt beispielsweise Angebote zur Entspannung oder auch Themen aus ganz anderen Bereichen. Besonders schön fand ich etwa einen Kurs zum Häkeln – also zu einer alten Kulturtechnik. Auch solche Tätigkeiten sind spannend, weil dabei ganz andere Fähigkeiten angesprochen werden.
Maximilian: Ich wusste vorher zum Beispiel gar nicht, dass Häkeln offenbar zu den handwerklichen Tätigkeiten gehört, die Maschinen bis heute nur sehr schwer vollständig übernehmen können.
Lernen aus Interesse – auch in den Ferien
Interviewer: Das stimmt tatsächlich. Genau solche kleinen Informationen, die aus einem Kurs hängen bleiben, sind letztlich auch ein Teil dessen, was wir mit der Digitalen Drehtür erreichen möchten.
Maximilian: Den Häkelkurs habe ich zum Beispiel in den Sommerferien gemacht. Das wäre mit einer Kinder-Uni so nicht möglich gewesen.
Gudrun: Wir waren im Urlaub und Maximilian hat den Kurs einfach in unserer Ferienwohnung gemacht.
Interviewer: Du wolltest tatsächlich häkeln?
Maximilian: Ja, ziemlich viel. Ich habe zum Beispiel Blumen und Kleeblätter gehäkelt.
Interviewer: Das ist toll. Gerade solche kreativen Tätigkeiten können ja auch einen ganz anderen Ausgleich bieten.
Gudrun: Genau. Häkeln kann sehr entspannend sein. Und gleichzeitig nimmt man aus solchen Angeboten immer wieder neue Dinge mit.
Interviewer: Maximilian, wie erlebst du eigentlich das Lernen in der Digitalen Drehtür?
Maximilian: Das ist schwer zu beschreiben.
Gudrun: Für dich fühlt es sich wahrscheinlich gar nicht unbedingt wie Lernen an. Es macht dir einfach Freude.
Maximilian: Ja, genau. Ich finde, es ist die perfekte Mischung aus einer entspannten Unterrichtsstunde und einer Kinder-Uni-Vorlesung. Damit lässt es sich eigentlich ganz gut vergleichen.
Interviewer: Das klingt nach einer sehr schönen Mischung.
Was macht für dich einen guten Kurs aus?
Interviewer: Wenn du an die Kurse zurückdenkst: Gibt es besondere Erlebnisse oder einzelne Kurse, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind?
Maximilian: Eigentlich finde ich fast alle Kurse richtig gut.
Es gab allerdings einmal einen Kurs, den ich abgebrochen habe. Die erste Viertelstunde war noch interessant. Danach ging es aber sehr langsam weiter. Es war der erste von vier Terminen und es entstand ein bisschen der Eindruck: Wir haben ja noch ganz viel Zeit, heute müssen wir noch nicht so viel machen.
In dem Kurs ging es um Lernstrategien. Wir sollten uns zum Beispiel ungefähr 20 Minuten in kleinen Gruppen darüber unterhalten, wie wir selbst lernen. Für mich war das einfach zu wenig neuer Inhalt.
Gudrun: Das passt nicht so gut zu ihm. Wenn Maximilian an einem Kurs teilnimmt, möchte er wirklich etwas Neues erfahren. Es darf natürlich auch um eigene Erfahrungen und Austausch gehen – aber eben nicht ausschließlich.
Maximilian: Genau. Ich möchte gerne möglichst viel Neues kennenlernen.
Interviewer: Das heißt, für dich ist ein guter Kurs eine Mischung: Es darf Austausch und eigene Reflexion geben, gleichzeitig brauchst du aber auch neue Informationen und inhaltlichen Input.
Maximilian: Ja.
Interviewer: Wenn du die Digitale Drehtür bereits ab der fünften Klasse regelmäßig innerhalb der Schule hättest nutzen können: Glaubst du, dass sich dadurch etwas verändert hätte?
Maximilian: Ich habe sie tatsächlich schon in der fünften Klasse genutzt.
Interviewer: Stimmt – ich meine konkret die Nutzung während der Schulzeit und als Bestandteil des schulischen Lernens. Glaubst du, dass das einen Unterschied gemacht hätte?
Gudrun: Ich denke schon. Meiner Meinung nach braucht das Schulsystem insgesamt an einigen Stellen neue Impulse. Vieles funktioniert noch nach Strukturen, die wir schon seit sehr langer Zeit kennen.
Wenn wir uns andere Bereiche unseres Lebens anschauen, sehen wir, wie stark sie sich in den vergangenen Jahren verändert haben. Beim Lernen und in der Schule stellt sich deshalb für mich ebenfalls die Frage, wie wir stärker auf unterschiedliche Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnisse von Kindern eingehen können.
„Schule braucht neue Wege“
Interviewer: Wenn du die Digitale Drehtür nicht nur zusätzlich, sondern auch während der Schulzeit hättest nutzen können: Glaubt ihr, dass sich dadurch etwas verändert hätte?
Gudrun: Ja, ich denke schon. Meiner Meinung nach braucht das Schulsystem insgesamt einen Ruck. Viele Strukturen funktionieren noch ähnlich wie früher, während sich unser Alltag in ganz anderen Bereichen längst stark verändert hat.
Wenn wir uns beispielsweise technische Entwicklungen anschauen, hat sich in den vergangenen Jahren enorm viel getan – weit über das Smartphone hinaus. Gleichzeitig zeigen auch Bildungsstudien immer wieder, dass wir darüber nachdenken müssen, wie Lernen in Zukunft gestaltet werden kann.
Ich glaube, dass es dafür Lehrkräfte braucht, die den Mut haben, neue Wege zu gehen. Und mit der Digitalen Drehtür gibt es erstmals ein Angebot, das auch über die Grenzen einzelner Bundesländer hinweg funktioniert. Das finde ich besonders spannend: Die Kursleiterinnen und Kursleiter kommen aus ganz unterschiedlichen Bundesländern.
Interviewer: Teilweise sogar aus dem Ausland.
Maximilian: Genau. Gestern gab es zum Beispiel eine Philosophie-Veranstaltung auf Englisch, die von einem Kolumbianer gehalten wurde.
„Nicht zusätzlich zum Unterricht, sondern als Teil davon“
Gudrun: Was mir dabei wichtig wäre: Ich fände es sehr schön, wenn die Digitale Drehtür in der Schule genutzt würde – aber nicht nach dem Prinzip: „Du kannst jetzt gehen und die Digitale Drehtür machen, während wir hier normalen Unterricht haben.“
Interviewer: Sondern so, dass die Digitale Drehtür selbst ein Teil des Unterrichts wird?
Gudrun: Genau. Dass sie wirklich in das schulische Lernen integriert wird.
Interviewer: Das wird tatsächlich von Schule zu Schule unterschiedlich umgesetzt. Es gibt zum Beispiel Schulen, die eine offene Lernzeit fest in ihre Woche integriert haben. In dieser Stunde können die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Interessen und Potenzialen unterschiedliche Angebote nutzen – beispielsweise Live-Kurse oder Selbstlernkurse der Digitalen Drehtür.
Inzwischen gibt es außerdem Live-Projekte, die über einen längeren Zeitraum laufen.
Maximilian: Kurse von Dominik Schirra finde ich zum Beispiel sehr gut. Ich habe bei ihm schon einen Arduino-Kurs besucht.
Gudrun: Den Arduino hatte er zum Geburtstag bekommen, wusste zunächst aber noch gar nicht so richtig, was er damit anfangen kann. In den Sommerferien hat er dann den Kurs besucht. Seitdem kann er damit eigene Dinge bauen. Genau solche Angebote finde ich großartig.
Interviewer: Einige Aspekte habt ihr schon angesprochen. Gudrun, wenn du dir Schule frei vorstellen könntest: Wie sähe für dich optimales Lernen mit der Digitalen Drehtür aus?
Gudrun: Ich glaube, man muss zunächst berücksichtigen, dass Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedlich sind. Maximilian besucht zwar ein Gymnasium, aber auch dort gibt es sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Interessen und Bedürfnisse.
In Rheinland-Pfalz ist die Schulstruktur außerdem etwas anders als in manchen anderen Bundesländern. Gerade deshalb halte ich es für wichtig, Lernangebote so zu gestalten, dass sie nicht von einer bestimmten Schulform oder einem bestimmten Leistungsniveau abhängig sind, sondern stärker vom einzelnen Kind ausgehen.
„Unterschiedliche Lernvoraussetzungen im Schulalltag“
Gudrun: In Rheinland-Pfalz gibt es mit der Realschule plus eine etwas andere Schulstruktur als in manchen anderen Bundesländern. Nach meiner Wahrnehmung führt das bei uns dazu, dass sehr viele Kinder ein Gymnasium besuchen, obwohl ihre Lernvoraussetzungen sehr unterschiedlich sind.
Hier in der Stadt besuchen ungefähr 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler ein Gymnasium. Entsprechend groß ist dort die Bandbreite. Für Lehrkräfte ist es natürlich nicht einfach, all diesen unterschiedlichen Voraussetzungen gleichzeitig gerecht zu werden.
In der fünften Klasse wurde uns das vonseiten der Schule einmal sinngemäß so beschrieben: Ein Drittel der Klasse kennt die Inhalte bereits und langweilt sich, für ein Drittel passt das Niveau genau und ein weiteres Drittel braucht noch intensive Wiederholung.
Was ich daran schwierig finde: Häufig richtet sich der Unterricht vor allem an diejenigen, für die das Niveau passt oder die Wiederholung benötigen. Die Kinder, die den Stoff bereits sicher beherrschen, bekommen dagegen vergleichsweise wenig zusätzliche Angebote.
Genau für diese Schülerinnen und Schüler könnte die Digitale Drehtür aus meiner Sicht eine sehr gute Ergänzung sein.
„Wenn Unterricht dauerhaft zu wenig Herausforderung bietet“
Maximilian: In Mathematik war das für mich besonders deutlich. In der fünften Klasse hatte ich häufig das Gefühl, dass sehr viel Stoff wiederholt wurde, den ich schon aus der Grundschule kannte.
Jetzt beim Bruchrechnen gibt es endlich wieder Inhalte, die für mich neu sind.
Gudrun: Für Lehrkräfte ist die Situation natürlich schwierig, wenn in einer Klasse sehr unterschiedliche Lernstände vorhanden sind. Aber wenn Unterricht dauerhaft an einem niedrigeren Niveau ausgerichtet wird, führt das eben auch dazu, dass andere Kinder kaum noch neue Herausforderungen bekommen.
Interviewer: Und das ist letztlich kein Problem, das nur Rheinland-Pfalz betrifft. Sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen gibt es in Klassen in allen Bundesländern. Die entscheidende Frage ist deshalb: Wie schaffen wir Lernangebote, die dieser Heterogenität gerecht werden?
Gudrun: Genau. Mir geht es dabei auch gar nicht ausschließlich um hochbegabte Kinder. Auch Schülerinnen und Schüler, die dauerhaft überfordert sind, leiden darunter, wenn das Lernangebot nicht zu ihren Voraussetzungen passt.
Wenn Kinder immer wieder schlechte Noten schreiben und erleben, dass sie den Anforderungen kaum gerecht werden können, kann das ebenfalls sehr belastend sein. Deshalb wäre es aus meiner Sicht wichtig, stärker vom einzelnen Kind auszugehen.
Maximilian: Ich habe das Gefühl, dass Lehrkräfte sehr unterschiedlich mit hochbegabten Schülerinnen und Schülern umgehen.
Manche machen gar nichts Besonderes. Andere schaffen es sehr gut, passende Herausforderungen anzubieten. Dann gibt es aber auch Situationen, in denen man einfach nur mehr vom Gleichen bekommt – also zum Beispiel zusätzliche Schreibaufgaben.
Und manchmal bekommt man einfach Stoff, der eigentlich für viel ältere Schülerinnen und Schüler gedacht ist.
Aber nur weil jemand hochbegabt ist, bedeutet das nicht, dass er einfach immer mehr Aufgaben erledigen möchte oder automatisch alles kann. Hochbegabte sind keine Schreibmaschinen und auch keine Supercomputer.
Interviewer: Das ist eigentlich ein sehr treffender Punkt. Mehr Aufgaben sind nicht automatisch bessere Förderung. Entscheidend ist vielmehr, ob die Aufgaben neue Denkprozesse ermöglichen, zu den Interessen passen und tatsächlich eine Herausforderung darstellen.
Gudrun: Bei Maximilian kommt hinzu, dass er in bestimmten Bereichen besondere Herausforderungen hat. Man bezeichnet so etwas teilweise als „zweifach außergewöhnlich“: Auf der einen Seite gibt es eine sehr hohe kognitive Begabung, gleichzeitig bestehen in anderen Bereichen Schwierigkeiten.
Maximilian stottert zum Beispiel.
Maximilian: Aber nur ein bisschen. Wie stark es ist, hängt auch davon ab, wie gestresst ich in der Schule bin.
Gudrun: Hinzu kommen motorische Schwierigkeiten. Uns war deshalb wichtig, den Lehrkräften zu vermitteln, dass Hochbegabung eben nicht bedeutet, dass ein Kind automatisch in allen Bereichen besonders leistungsfähig ist oder keinerlei Unterstützung benötigt.
Dabei haben uns auch Materialien von Fachleuten geholfen, die sich mit Hochbegabung beschäftigen. Sie erklären beispielsweise, dass ein Kind in einzelnen Interessengebieten Inhalte lesen und verstehen kann, die eigentlich für deutlich ältere Schülerinnen und Schüler gedacht sind, während es in anderen Bereichen ganz altersgemäße oder zusätzliche Unterstützungsbedarfe haben kann.
„Lernen als persönliches Interesse“
Maximilian: Ich lese sehr gerne Sachbücher und beschäftige mich auch in meiner Freizeit viel mit neuen Themen.
Kurz bevor unser Gespräch angefangen hat, habe ich zum Beispiel noch in einem Sachbuch gelesen.
Weiterbildung ist für mich einfach etwas, womit ich mich gerne beschäftige. Dadurch habe ich teilweise andere Interessen als viele Gleichaltrige.
Gudrun: Und genau da erleben wir die Digitale Drehtür als besonders wertvoll. Dort findet Maximilian Menschen mit ähnlichen Interessen – sowohl andere Schülerinnen und Schüler als auch die Kursleiterinnen und Kursleiter.
Maximilian: Die Kursleiterinnen und Kursleiter sind wirklich nett.
Gudrun: Man merkt bei vielen ganz deutlich, dass sie für ihr Fachgebiet brennen. Und diese Begeisterung kann auf die Kinder und Jugendlichen überspringen.
Genau das finde ich so besonders: Dort begegnen die Schülerinnen und Schüler Menschen, die tatsächlich Fachleute auf ihrem Gebiet sind und Inhalte sehr authentisch vermitteln können.
Gestern gab es beispielsweise eine Veranstaltung mit einem Paläontologen. Er konnte sein Thema unmittelbar aus seiner eigenen fachlichen Arbeit heraus erklären. Maximilian war davon völlig fasziniert.
Maximilian: Besonders spannend war, dass er sogar über einen Dinosaurier aus der Heimat meiner Mutter gesprochen hat – und das aus Kolumbien heraus auf Englisch.
Gudrun: Solche Begegnungen wären im normalen Schulalltag nur sehr schwer möglich. Über die Digitale Drehtür können Kinder dagegen mit Expertinnen und Experten aus ganz unterschiedlichen Regionen und sogar aus anderen Ländern in Kontakt kommen. Genau das macht für uns einen großen Teil des Mehrwerts aus.
Interviewer: Bevor wir zum Ende kommen, möchte ich mich ganz herzlich bei euch beiden bedanken. Max, ich finde es toll, wie offen du von deinen Erfahrungen erzählst und wie du mit deiner Hochbegabung umgehst.
Ich hoffe sehr, dass wir dir mit der Digitalen Drehtür auch weiterhin Angebote machen können, die dich interessieren und herausfordern.
Und Gudrun, ich drücke euch die Daumen, dass ihr gemeinsam mit der Schule einen Weg findet, die Digitale Drehtür dort ebenfalls zu integrieren. Wenn Interesse besteht, unterstützen wir die Schule natürlich gerne bei den nächsten Schritten.
Gudrun: Könnte die Schule denn grundsätzlich einen Zugang bekommen?
Interviewer: Ja. Wichtig ist, dass die Initiative offiziell von der Schule ausgeht. In der Regel meldet sich die Schulleitung gemeinsam mit einer verantwortlichen Person bei uns.
Der Einstieg ist bewusst niedrigschwellig gestaltet: Über unsere Homepage kann die Schule das jeweilige Bundesland auswählen und sich anmelden. Anschließend findet ein Erstgespräch statt. Danach erhält die Schule die entsprechenden Informationen und Registrierungszugänge.
Wir begleiten die Schulen dabei sehr eng – mit Onboarding, Fortbildungen, Netzwerktreffen und weiteren Unterstützungsangeboten.
Außerdem stellen wir immer wieder Beispiele von Schulen zur Verfügung, die bereits länger mit der Digitalen Drehtür arbeiten. So können neue Schulen sehen, wie andere die Angebote in ihren Schulalltag integriert haben und welche Modelle sich dort bewährt haben.
„Angebote für unterschiedliche Potenziale“
Interviewer: Einer der Gründe, warum mir die Digitale Drehtür so wichtig ist, sind Kinder und Jugendliche wie du, Max. Du bist natürlich mit deinen persönlichen Interessen und Voraussetzungen einzigartig. Gleichzeitig gibt es viele Schülerinnen und Schüler, die im regulären Unterricht zusätzliche oder andere Herausforderungen brauchen.
Das können hochbegabte Kinder sein, Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen in einzelnen Bereichen oder Kinder und Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Kombinationen von Stärken und Unterstützungsbedarfen.
Maximilian: Bei mir wurde eine Rundumbegabung festgestellt.
Interviewer: Also so etwas wie ein Generalist?
Maximilian: Eher ein „generaler Spezialist“.
Ich versuche weder, von allem nur ein bisschen zu wissen, noch von einer einzigen Sache alles. Ich versuche, von möglichst viel möglichst viel zu wissen.
Interviewer: Das ist eigentlich ein großartiger Abschlusssatz.
Vielen Dank euch beiden und alles Gute!