Interview mit Silvia Silva, Mutter eines begabten Grundschulkindes (9 Jahre) zur Teilnahme an der Digitalen Drehtür

Frage: Wie würdest du den Einstieg deines Kindes in die Digitale Drehtür beschreiben? War es leicht und verständlich oder gab es Schwierigkeiten?

Antwort:
Der Einstieg war sehr einfach. Über Mensa gab es die Möglichkeit, sich als Interessent zu bewerben. Danach haben wir einen Zugangslink bekommen und einen Account eingerichtet. Die Oberfläche ist sehr übersichtlich, man sieht schnell, welche Angebote es gibt, und vieles ist intuitiv. Auch die Anmeldung für die Kurse war sehr angenehm und einfach – fast schon kindgerecht.

Frage: Welche Kompetenzen konnte dein Sohn durch die Digitale Drehtür besonders entwickeln? 

Antwort:
Bei ihm ging es eindeutig in Richtung Kreativität. Viele klassische Angebote für begabte Kinder sind stark auf MINT oder Knobeln ausgerichtet. Das kann irgendwann fast wie Arbeit wirken. Die kreativen Angebote der Digitalen Drehtür waren deshalb für ihn besonders wertvoll: Gedichte schreiben, Geschichten erfinden, Improvisationstheater oder Figuren entwickeln. Das sind Angebote, die man in diesem Alter sonst schwer findet. Die Digitale Drehtür hat ihm einen Rahmen gegeben, um seine Ideen auszuleben und zu merken: Ich kann etwas, ich habe Ideen, und ich kann daraus etwas Eigenes machen.

Endlich Platz für all die Ideen im Kopf

Frage: Welche weiteren Fähigkeiten spielen dabei eine Rolle?                                         

Antwort: Neben der Kreativität spielt auch Medienkompetenz eine große Rolle. Die Kinder lernen, mit Kamera und Mikrofon umzugehen, sich zu melden, abzuwarten, den Chat zu nutzen und sich in einer digitalen Gruppe zurechtzufinden. Auch die Selbstständigkeit wird gestärkt – zum Beispiel, wenn ein Kind eine halbe Stunde allein vor der Kamera ist und die Eltern nicht ständig kontrollieren.

Frage: Welche Formate funktionieren für euch besonders gut?                                       

Antwort: Wir nutzen vor allem die Live-Kurse. Bei Kursen ohne festen Termin fehlt manchmal die Geduld oder das Dranbleiben. Die Live-Kurse funktionieren sehr gut, weil sie zeitlich klar begrenzt sind und mein Sohn sich darauf freut. Besonders gut kamen die Improvisationstheater-AG, kreative Schreibangebote, Gedichte, Poesie und Zeichnen an.

 

Selbstständig sein und über sich hinauswachsen

Frage: Wie gut lässt sich die Digitale Drehtür in euren Alltag integrieren?                     

Antwort: Da wir in Baden-Württemberg leben und dort die Begabtenförderung in der Regel über die Hector-Akademie läuft, können wir nicht vormittags über die Schule teilnehmen. Deshalb nutzen wir vor allem Nachmittagsangebote. Da müssen wir eine Balance finden zwischen Freunden, Sport und Förderung. Es gab aber auch Situationen, in denen mein Sohn vormittags teilnehmen konnte – zum Beispiel, wenn er ansteckend krank, aber geistig fit war. Dann war die Digitale Drehtür eine gute Möglichkeit, den Vormittag sinnvoll zu nutzen.

Frage: Wie zufrieden bist du insgesamt mit der Digitalen Drehtür?                                 

Antwort: Die Digitale Drehtür bietet ein sehr breites Angebot an Ideen, Fächern und Themen. Der Zugang ist einfach, das Angebot niedrigschwellig. Ich empfinde es als sehr gelungenes Angebot zur Förderung hochbegabter Kinder.

Frage: Was würdest du dir zusätzlich wünschen?

Antwort: Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden, weil das Angebot schon sehr umfangreich ist. Denkbar wären vielleicht noch spezielle Angebote für Mädchen, gerade im MINT-Bereich.

Außerdem könnten für Kinder und Jugendliche noch mehr alltagsnahe Themen spannend sein – zum Beispiel Küche, Kochen, Sicherheit im Alltag oder später Themen wie Geld, Konto, Wohnungssuche oder Mietvertrag. Gerade begabte Kinder haben viele kreative Ideen, aber Alltagssituationen brauchen auch Orientierung und Grenzen.

Hier muss niemand auf seine Neugier warten

Frage: Welche zusätzlichen Themen könnten für die Digitale Drehtür spannend sein?                 

Antwort: Ich finde Alltagsthemen sehr spannend – gerade für jüngere Kinder. Begabte Kinder sind oft sehr experimentierfreudig. Da geht es manchmal um ganz praktische Fragen: Was darf ich in der Küche ausprobieren? Welche Regeln gibt es beim Experimentieren? Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Labor können nicht einfach loslegen, sondern müssen bestimmte Regeln beachten. Solche Themen könnten Kindern helfen, ihre Neugier auszuleben und gleichzeitig Verantwortung zu übernehmen.

Außerdem finde ich Themen spannend, die bewusst weg vom klassischen Schulstoff führen. Schule haben die Kinder ja bereits. Interessant wären zum Beispiel Themen wie die Geschichte der Mode, die Geschichte der Mopeds oder andere ungewöhnliche Zugänge. Solche Inhalte haben den Vorteil, dass alle Kinder bei null starten. Das kann auch für Underachiever eine Chance sein, weil sie sich weniger davon einschüchtern lassen, dass andere vielleicht schon mehr Vorwissen haben.

Frage: Merkst du, dass dein Sohn durch die Angebote etwas in die Schule oder den Alltag mitnimmt?                                                                                                                                   

Antwort: Ich glaube, er ist ausgeglichener, weil er seine kreative Seite ausleben kann. Dadurch ist ein wichtiges Bedürfnis abgedeckt. Je mehr Bedürfnisse erfüllt sind, desto ausgeglichener ist ein Kind – und dann läuft es auch in der Schule besser. Bei uns war Schule nie das große Problem. Eher zu Hause war Langeweile ein Thema. Wir haben gemerkt, dass Angebote von außen sehr gut angenommen werden.

Frage: Warum sind Angebote von außen für euch so wichtig?                                         

Antwort: Es gibt Dinge, die Eltern einfach nicht leisten können. Ich unterrichte selbst begabte Kinder, aber meine eigenen Kinder nehmen von mir vieles nicht so an. Für sie bin ich Mama und nicht Lehrerin. Angebote von außen sind ein klarer, abgeschlossener Rahmen. Dort gibt es Regeln, die eingehalten werden, und das funktioniert oft besser als zu Hause. Eltern müssen auch Eltern bleiben dürfen.

Förderung, die ins Leben passt

Frage: Merkst du, dass dein Sohn durch die Angebote etwas in die Schule oder den Alltag mitnimmt?                                                                                                                                   

Antwort: Ich glaube, er ist ausgeglichener, weil er seine kreative Seite ausleben kann. Dadurch ist ein wichtiges Bedürfnis abgedeckt. Je mehr Bedürfnisse erfüllt sind, desto ausgeglichener ist ein Kind – und dann läuft es auch in der Schule besser. Bei uns war Schule nie das große Problem. Eher zu Hause war Langeweile ein Thema. Wir haben gemerkt, dass Angebote von außen sehr gut angenommen werden.

Frage: Warum sind Angebote von außen für euch so wichtig?                                         

Antwort: Es gibt Dinge, die Eltern einfach nicht leisten können. Ich unterrichte selbst begabte Kinder, aber meine eigenen Kinder nehmen von mir vieles nicht so an. Für sie bin ich Mama und nicht Lehrerin. Angebote von außen sind ein klarer, abgeschlossener Rahmen. Dort gibt es Regeln, die eingehalten werden, und das funktioniert oft besser als zu Hause. Eltern müssen auch Eltern bleiben dürfen.

Frage: Was bedeutet es für deinen Sohn, mit anderen Kindern in einem Kurs zu sein, die ähnliche Interessen haben?                                                                                                     

Antwort: Ich glaube, das tut ihm sehr gut. In der Schule beklagt er sich oft darüber, dass er  immer warten muss. Gerade im letzten Halbjahr der Grundschule scheint dieses dauernde Warten ein großes Thema zu sein. In den Kursen der Digitalen Drehtür ist er mit Kindern zusammen, die ebenfalls Lust haben, mitzumachen, Input zu geben und sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Da muss nicht alles erst erklärt werden. Dieses Nicht-Warten-Müssen tut ihm gut.

Frage: Würdest du die Digitale Drehtür anderen Eltern oder Schulen empfehlen?       

Antwort: Ja, auf jeden Fall. Ich bin wirklich überzeugt von der Digitalen Drehtür, von den Angeboten und davon, wie das Konzept aufgebaut ist. Besonders wertvoll finde ich, dass es niedrigschwellig ist und von zu Hause aus gut funktioniert. Auch Lehrkräften würde ich das sehr gerne empfehlen. Ich habe es bei uns auch schon angesprochen. Da wir in Baden-Württemberg leben, weiß ich nicht genau, ob Schulen es dort offiziell anbieten dürfen. Aber vielleicht gehen irgendwann auch Lehrkräfte gemeinsam auf das Kultusministerium zu und sagen: Das wollen wir, das brauchen wir, das wäre toll, wenn Baden-Württemberg auch teilnehmen könnte.

Vielen Dank liebe Silvia für deine ehrlichen Antworten. Wir wünschen Dir und deinen Kindern weiterhin viele schöne Momente bei der Digitalen Drehtür!

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