Zukunftswerkstatt in Louisenlund - Neue Impulse für die Begabungs- und Begabtenförderung mit der Digitalen Drehtür

Datum: 06/2026

Wie können wir die Digitale Drehtür weiterentwickeln, um insbesondere leistungsstarke und hochbegabte Schülerinnen und Schüler noch gezielter zu fördern? Mit dieser Frage beschäftigten sich 13 engagierte Teilnehmende bei einer Zukunftswerkstatt auf dem Campus der Stiftung Louisenlund. Auf Initiative des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein kamen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen des Bildungssystems sowie das Team der Digitalen Drehtür zusammen, um gemeinsam innovative Ansätze für die Zukunft der Begabungs- und Begabtenförderung zu entwickeln.

Gemeinsam Zukunft gestalten

Das Ziel der anderthalbtägigen Werkstatt war klar: Zwei konkrete Prototypen für die Digitale Drehtür sollten entstehen, von denen Schülerinnen und Schüler unmittelbar profitieren können. Dabei standen nicht nur neue Angebote im Fokus, sondern auch die grundsätzliche Frage, wie potenzialentfaltendes Lernen in einer zunehmend digitalen Welt gestaltet werden kann.

Louisenlund bot dafür den passenden Rahmen. Der Campus zeigt eindrucksvoll, wie Lernen neu gedacht werden kann – sowohl architektonisch als auch pädagogisch. Die Teilnehmenden konnten erleben, wie digitale Lernräume geschaffen werden und wie sich Digitalität und Persönlichkeitsentwicklung sinnvoll ergänzen.

Potenziale entfalten in der Breite und in der Tiefe

Die Digitale Drehtür eröffnet bereits heute vielfältige Möglichkeiten zur individuellen Förderung. Besonders im Bereich des sogenannten Enrichments bietet sie Schülerinnen und Schülern die Chance, Themen zu entdecken, die über die klassischen Lehrpläne hinausgehen. Außercurriculare Inhalte, neue Perspektiven und individuelle Interessen stehen dabei im Mittelpunkt.

In der Zukunftswerkstatt wurde darüber hinaus intensiv diskutiert, wie auch die zweite wichtige Säule der Begabungsförderung stärker berücksichtigt werden kann: die Akzeleration. Dabei geht es darum, Lernenden Wege zu eröffnen, schneller und vertiefter durch fachliche Inhalte voranzuschreiten – beispielsweise als Vorbereitung auf Wettbewerbe, Frühstudienprogramme oder andere besondere Lernwege.

Die zentrale Frage lautete: Wie kann die Digitale Drehtür nicht nur Potenziale in der Breite, sondern auch in der Tiefe entfalten?

Design Thinking als Motor für Innovation

Die Teilnehmenden arbeiteten nach den Prinzipien des Design Thinkings. Im Mittelpunkt standen die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler sowie die Suche nach konkreten, umsetzbaren Lösungen. Besonders wertvoll war dabei die Vielfalt der Perspektiven: Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Wissenschaft, Bildungsverwaltung und Praxis brachten ihre Erfahrungen ein und entwickelten gemeinsam neue Ideen.

Unterstützt wurde die Werkstatt unter anderem durch die Expertise von Professor Andreas Dengel, der zusätzliche Impulse für die Gestaltung zukunftsorientierter Lernangebote einbrachte.

Die Diskussionen machten deutlich: Die Herausforderungen sind groß, aber die Möglichkeiten ebenso. Die Digitale Drehtür wird von vielen Beteiligten als Innovationsraum verstanden, der Schülerinnen und Schülern neue Zukunftsperspektiven eröffnet und sie dabei unterstützt, ihren eigenen Bildungsweg aktiv mitzugestalten.

Lernen auf Augenhöhe

Ein zentrales Thema der Zukunftswerkstatt war das Verständnis von Lernen und Schule. Viele Teilnehmende betonten die Notwendigkeit, traditionelle Denkweisen zu hinterfragen und stärker vom Kind aus zu denken. Schülerinnen und Schüler sollen als aktive Gestalterinnen und Gestalter ihres Lernens wahrgenommen werden – begleitet von Lehrkräften, die Lernräume eröffnen, Orientierung geben und individuelle Entwicklung ermöglichen.

Dabei kann die Digitale Drehtür eine wichtige Rolle spielen: Sie schafft Angebote, die einzelne Schulen allein oft nicht realisieren können, und ermöglicht insbesondere in Flächenländern wie Schleswig-Holstein eine ortsunabhängige Förderung und Vernetzung.

Wenn Schülerinnen und Schüler selbstgesteuert in diese Kurse auf dem Campus „hinausdrehen“, erarbeiten sie sich fundiertes Hintergrundwissen. Zurück im Klassenzimmer bereichern sie den Unterricht aller Fächer, indem sie neue Perspektiven einbringen und den gemeinsamen, wertschätzenden Austausch anregen.

Von der Idee zur Umsetzung

Zum Abschluss der Werkstatt stand nicht nur eine Vielzahl neuer Ideen im Raum, sondern auch der Wunsch, diese zeitnah in die Praxis zu überführen. Erste Pilotprojekte, beispielsweise im Bereich der Wettbewerbsförderung durch Mentorate, wurden bereits angedacht. Ebenso wurde deutlich, wie wichtig ein kontinuierlicher Austausch aller Beteiligten ist, um die Qualität der Angebote weiterzuentwickeln und neue Bedarfe frühzeitig zu erkennen.

Die Zukunftswerkstatt hat gezeigt, welches Potenzial in der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure steckt. Mit frischen Ideen, konkreten Konzepten und großer Motivation wurde ein weiterer Schritt unternommen, die Digitale Drehtür als innovativen Lernort für Begabungs- und Begabtenförderung weiter auszubauen.

Wir freuen uns darauf, die entwickelten Ideen gemeinsam weiterzudenken und vor allem gemeinsam umzusetzen.

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